motiv unterseiten

 

 

Die Beiträge für den Ideenwettbewerb werden von einer kompetenten Jury bewertet.
Diese sichtet alle anonymisierten Texte und wählt die besten drei Texte aus, die mit einem Preisgeld prämiert werden.

Die Bewertungskriterien sind Originalität, Analysekraft und sprachlicher Ausdruck.

 

Mitglieder der Jury

Tim Herden

 jury herden

 

Tim Herden ist ein deutscher Fernsehjournalist und Krimi-Autor. Nach einem Volontariat beim Fernsehen der DDR zwischen 1983 und 1985 studierte er von 1985 bis 1989 Journalismus an der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität in Leipzig. 1991/92 war er Redakteur beim Deutschen Fernsehfunk, danach von 1992-98 Reporter und Redakteur beim Mitteldeutschen Rundfunk. Seit 1999 ist er Korrespondent und Kommentator im ARD-Hauptstadtstudio – seit 2016 leitet er dort das MDR Studio Berlin.

 

 

 „Nachdem es über ein Jahrzehnt in Deutschland kaum zu politischen Demonstrationen kam, erleben wir seit 2015, angefangen mit der Flüchtlingskrise und fortgesetzt mit den Corona-Protesten und Klimaschutz-Bewegung eine starke Zunahme von Protesten auf der Straße, zum Teil auch verbunden mit Gewalt. Eine Gemeinsamkeit ist die Radikalität der Forderungen, ob bei den Aktionen der Corona-Gegner oder auch den Protesten der Anhänger von „Fridays for Future“. Zwischen den Protestgruppen und der Politik gibt es große Sprachlosigkeit und gegenseitige Ablehnung. Was mir als Journalist Sorge bereitet, dass wir es offenbar verlernt haben, den Protest von der Straße in ergebnisoffene Debatten im politischen Raum zu überführen. Dies nutzen Extremisten für ihre Ziele und damit wird es gefährlich für unsere Demokratie. Mich interessieren bei den Arbeiten des Wettbewerbs, wie die Teilnehmer die Protestkultur erleben und welche Ideen und Vorschläge sie haben, mit welchen Formen es gelingen könnte, wieder zu einem Dialog zwischen Protest und Politik zu finden.“

 


 

Dr. Sophia Hunger

jury hunger

 

Dr. Sophia Hunger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung in Berlin und eingebunden in ein Forschungsprojekt zu Protest und politischer Radikalisierung in Deutschland. Sie promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Die Schwerpunkte ihres Forschungsinteresses liegen auf individueller Protestbeteiligung, Protestbewegungen und den Auswirkungen von Protest auf die Gesellschaft.

   

 

 „ „Proteste sind immer auch ein Spiegel unserer Gesellschaft: Wo gibt es Konflikte? Welche Themen polarisieren besonders? Worauf können sich bestimmte gesellschaftliche Gruppen einigen? Und wo ist vielleicht das Potential einer Eskalation des Konflikts am Größten? In Zeiten unterschiedlicher und überlappender Krisen, wird die Straße zum zentralen Ort der Konfliktaustragung. Gerade auch weil junge Menschen sich aktiv in politischen Protest engagieren, braucht es ihre Stimme, wenn es um Themen wie Streitkultur, Polarisierung und die Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft geht.“ 

 


  

Prof. Dr. Dieter Rucht

jury rucht

 

Prof. Dr. Rucht ist emeritierter Professor für Soziologie. Nach seiner Ernennung zum Honorarprofessor am Institut für Soziologie an der Freien Universität Berlin war er Ko-Leiter der Forschungsgruppe Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Als Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung widmet er seine Forschung den sozialen Bewegungen und politischem Protest, der politischen Partizipation sowie der Konfliktsoziologie.

 

 

„Protest kann Vorurteile und Aggressionen schüren, eine Gesellschaft spalten und bereits erzielte Fortschritte rückgängig machen. Er kann aber auch zur Klärung von Positionen beitragen, gesellschaftliche Integration fördern und zu mannigfaltigen Verbesserungen führen. Was Protest bewirkt, ist nicht nur eine Frage der Inhalte, sondern auch der Bedingungen und Formen des Streits. Offene Gesellschaften zeichnet aus, dass auch über den Streit gestritten werden kann.“

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